GESCHICHTE & GESCHICHTEN

Ein kluger Kopf hat einmal gemeint: „Eine geschichtslose Zeit ist eine gesichtslose Zeit“.
Von daher haben Sölden und das Innerötztal ein sehr markantes Antlitz mit Furchen, Ecken und Kanten – wie die mächtigen Dreitausender rundherum. Und doch ist der Hotspot der Alpen jung wie nie, denn „Die einzige Konstante ist die ständige Veränderung“, um noch einen Denker zu zitieren.

Hier nun die Geschichte im Zeitraffer – von der ersten Besiedelung in vorchristlichen Zeiten bis zur Gegenwart als Top-Urlaubsdestination Tirols.

Die Geschichte des Innerötztales

Geschichtliche Entwicklung Söldens

Um 1000 vor Chr.:

Erste Siedlungsformen durch Einwanderung aus dem Vinschgau über Hochjoch und Niederjoch und andere Übergänge.

15 v. Chr.:

Die Römer erobern den Alpenraum. Das Ötztal kommt zur römischen Provinz Rätien.

Um 550 n. Chr.:

Bajuwaren dringen von Norden in das Ötztal vor, lediglich Vent mit Rofen wurden von Süden her zu Dauersiedlungen.

1150 n. Chr.:

Sölden wird erstmals in einer Urkunde des schwäbischen Herren von Ronsberg im Allgäu, die dem Kloster Ottobeuren Schwaighöfen überlassen, als "seldon" genannt. "selde" bedeutet kleines bäuerliches Anwesen.

13. bis 16. Jhdt.:

Der Landesfürst, Stift Stams und das Benediktinerinnenkloster Frauenchiemsee verfügen über die meiste Grundherrschaft im Ötztal. Es sind zumeist Schwaighöfe (das sind Höfe mit einer bestimmten Zahl an Großvieheinheiten), die ihren Grundzins in Form von Käselaibchen (bis zu 300 jährlich und später auch in Geld abzuliefern hatten).

1817:

Sölden wird als eigene politische Gemeinde dem Bezirk Silz zugeteilt.

1854:

Im Jahre 1854 wird Vent, das bislang zum Gericht Kastelbell in Südtirol gehörte, nach Sölden eingemeindet.

Im 19. Jht.:

Beginn des Tourismus, vor allem in Form des Alpinismus.

1855:

Im Gemeindegebiet werden 5 Gasthöfe gezählt:
Manche der ersten Gasthöfe werden von den Seelsorgern geführt ( „Gasthof zum Curaten" ).

1860 - 1872:

Pfarrer Franz Senn wirkt in Vent. Er erkennt im Fremdenverkehr eine Verbesserung der wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Bevölkerung.

1862:

Gründung des Österr. Alpenvereins.

1871:

Franz Senn lässt das Hochjoch-Hospiz als erste Schutzhütte im Ötztal am Saumweg über das Hochjoch nach Südtirol errichten. Bis zur Jahrhundertwende erfolgen zahlreiche Bauten von Schutzhütten, vor allem durch den Deutschen Alpenverein.

1873:

Zusammenschluss des Deutschen mit dem Österreichischen Alpenverein.

Um 1900:

Beginn des Schilaufs und des Wintertourismus.

1898 - 1903:

Straßenbau durch das Ötztal bis Sölden.

1903:

Die Gastwirte des Tales geben den ersten gemeinsamen Prospekt „Das Ötztal" heraus.

1911:

Verlängerung der Fahrstraße bis Zwieselstein
Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges erfolgt eine gute Entwicklung des Tourismus.

1914:

Es werden in der Gemeinde Sölden 12 Gasthöfe gezählt.

1918:

Ende des Ersten Weltkrieges: Zerschlagung der Donaumonarchie, Abtrennung Südtirols und damit Grenzziehung zu Italien über den Alpenhauptkamm. Große wirtschaftliche Probleme.

1922:

Gründung des Schiclubs Sölden,  Entwicklung des Wintertourismus durch die Erschließung des Schigebietes Hochsölden.

1928:

Bau des ersten Hotels durch Isidor Riml.

1930:

Sölden zählt 88.000 Nächtigungen (90% Sommerurlauber).

1933:

Tausend Mark - Sperre: Schwere Folgen für den Tourismus.

1948:

Bau der ersten Einsesselbahn von Sölden nach Hochsölden. Es erfolgt ein rasanter Aufschwung des Fremdenverkehrs.

1953:

Das Gemeindegebiet von Sölden zählt 45 Gasthöfe.

1957:

bereits 300.000 Nächtigungen

1966:

Eröffnung der Gaislachkogl-Bahn auf den Gaislachkogl (3.058 m), damals höchste Seilbahn Österreichs.

1968:

Eröffnung der Timmelsjoch-Hochalpenstraße.

1971:

Zusammenschluss der Schigebiete Hochsölden und Gaislachkogl.

1975:

Erschließung des Gletscherschigebietes Rettenbachferner.

1985:

Das gesamte Gemeindegebiet von Sölden erzielt 1,5 Mio. Nächtigungen, davon 63% im Winter.

19.September 1991:

Das deutsche Ehepaar Simon aus Nürnberg entdeckt in der Nähe des Tisenjoches die Gletscherleiche eines Mannes. Archäologen stellen fest, der Mann hat am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit 3200 Jahre v. Chr. gelebt. Es ist der später weltberühmte "Ötzi". Weitere Forschungen ergaben: Vor ca. 9000 Jahren lagerten Steinzeitjäger am „Hohlen Stein" bei Vent und an anderen Plätzen des hinteren Ötztales.

2007:

In Sölden gibt es kaum mehr ein Privathaus, das nicht auf Gästebeherbergung eingerichtet wäre. Damit arbeiten alle Einwohner direkt oder indirekt in der Tourismuswirtschaft. Handel und Gewerbe erzielen durch die vielfältigen Investitionen im Tourismus gute Umsätze. Sölden zählt ca. 2 Mio. Nächtigungen.