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Heimkehrer

Aufbrechen, um heimzukommen

Sein Faible für Technik führte Patrick Kuprian als Jugendlichen aus dem Ötztal. Nach seiner Ausbildung begleitete er die Inbetriebnahme neuer Seilbahnen rund um den Globus. Den damaligen Status als Vielflieger hat der Mittdreißiger abgelegt. Heute dreht sich sein Job um die Gondeln und Sessellifte von Sölden.

Das Bergbahnen-Gen

Patrick Kuprian entstammt einer Ötztaler Familie mit echter Bergbahn-Tradition. Sein Großvater wirkte am Gletscher, Vater Helmut ist technischer Geschäftsführer, Mutter Margot informiert Hilfe suchende WintersportlerInnen und Bruder Marco lenkt im Winter einen Pistenbully. Dass er selbst einmal zum Betriebsleiter bei den Bergbahnen Sölden reift, war für den jugendlichen Patrick undenkbar. Mit 15 Jahren standen für ihn nur zwei Dinge fest: „Ich wollte einen technischen Beruf erlernen und gleichzeitig nicht in die Fußstapfen meines Vaters als Betriebsleiter treten." Der zweite Vorsatz hat sich überlebt. Mittlerweile verantwortet Patrick bei den Bergbahnen Sölden sieben Anlagen und führt ein Team von rund 30 MitarbeiterInnen.

 

Begegnung mit Bären

Beim Seilbahnproduzenten Doppelmayr absolvierte er in Vorarlberg die Ausbildung zum Elektroanlagentechniker. Damit gewappnet, stand er fast zwölf Jahre im Dienst des Unternehmens und war für dieses als Montagetechniker weltweit unterwegs. In Erinnerung blieben Patrick vor allem die länger andauernden Auslandseinsätze. „In Rumänien passierte es uns, dass sich Bären für unsere Arbeit interessiert haben. Bei einem Aufenthalt im Kaukasus musste ich einen Tag auf einen Lötkolben warten. Dieser wurde extra aus der georgischen Hauptstadt organisiert", erzählt der Sölder.

Technik Gaislachkoglbahn
Patrick Kuprian
Schlüssel & Funkgerät

Erfahrungen in der Ferne

Die gesammelten Erfahrungen zeigten ihm nicht nur, dass Zeit- und Termindruck im Ausland unterschiedlich interpretiert werden. Wesentlich nachhaltiger sind für ihn die menschlichen Begegnungen in dieser Zeit. „Ob in Georgien, Rumänien oder anderen Ländern: Mich fasziniert bis heute die Gastfreundschaft, mit der ich empfangen wurde. Selbst bei Sprachbarrieren habe ich mich mit den heimischen Arbeitern angefreundet." Eines der herausforderndsten Projekte führte den Ötztaler nach Anatolien. Im türkischen Erzurum begleitete er über zwei Monate lang die Installation von zwei Schrägaufzügen für die Universiade 2011. „Das war eine der schwersten Baustellen. Allein bei der Anreise brauchte ich drei Flüge, um hin zu kommen. Auf der Hochebene auf 2.000 m, umringt von Bergen, herrschten im Sommer Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius", blickt Kuprian zurück. Sein zufriedenes Fazit: „Ich bin froh über diese Zeit. Vor allem schätze ich dadurch das Ötztal deutlich mehr."

 

Gekommen, um zu bleiben

2012 hatte Patrick Kuprian genug vom Leben aus dem Koffer. Sein Vater erzählte ihm am Telefon von einer freien Stelle als Techniker bei den Bergbahnen Sölden. Diese Gelegenheit nahm der Sölder wahr, um sesshaft zu werden: „Der Entschluss fiel mir natürlich auch dadurch leichter, da ich damals meine Frau kennengelernt habe." Den Kosmos seines neuen Arbeitgebers kannte er schon. Für Doppelmayr begleitete er die Montage des Schrägaufzugs vom Ort nach Innerwald. „Beim beruflichen Neustart haben mir meine Erfahrungen und vorhandenes Wissen sehr geholfen.“

Doppelte Jobführung

 

„Allerdings ist es schon ein markanter Unterschied, eine Seilbahn zu bauen oder zu betreiben", gibt Kuprian zu. Bei den Bergbahnen Sölden darf er sich in beiden Rollen beweisen. Als Betriebsleiter sorgt er mit seinem Team für Sicherheit und geordnete Abläufe der Anlagen. Im Zuge von Großprojekten wie dem Bau der Giggijochbahn im Jahr 2016 kam er etwa als stellvertretender Bauleiter zum Einsatz. Und auch persönliche Hobbys wie das Mountainbiken fließen in seinen Berufsalltag ein. „Um die Sesselbahn im Skigebiet für den sommerlichen Transport von Rädern zu adaptieren, haben wir viele Versuchsreihen gemacht. Hilfreich war dabei auch der Austausch mit den Technikern der mir bekannten Herstellerfirma", freut sich Kuprian.

 

Patrick bei der Giggijochbahn

Manager ohne Krawatte

Eine reine Bürotätigkeit ist für ihn unvorstellbar und er genießt die Mischung aus verschiedenen Tätigkeiten: „Ein Betriebsleiter ist ein Manager mit technischem Hintergrund. Allerdings ohne Krawatte." Dass dazu auch das Anpacken beim Schleppen von Sandsäcken gehört, nimmt er gerne in Kauf und hält sich bewusst geistig und körperlich fit. Beleg dafür sind zahlreiche Aus- und Fortbildungen, gekrönt vom Fachhochschulstudium „Akademischer Experte für Seilbahnmanagement". Im Winter nimmt er seinen Weg zum Arbeitsplatz am Berg regelmäßig mit den Tourenskiern.

 

Familie prägt immer

Der zweifache Vater ist angekommen. Im Kreis seiner Familie kann er abschalten. Und auch die Erkenntnis, dass sich die Lebenswege von ihm und seinen Vater ähneln, bestätigen ihn in seinen Handlungen. „Im Grunde ticke ich ähnlich wie mein Papa, der in jungen Jahren in Kanada auf Montage gearbeitet hat. Beide haben wir auswärts Erfahrungen gesammelt, um auf diese dann zu Hause aufzubauen.“

 

INFO

Noch mehr persönliche Storys rund um die Faszination Arbeitsplatz Bergbahnen gibt es HIER im Jobportal der Bergbahnen Sölden.

Markus Geisler

Autor: Markus Geisler

Der Längenfelder arbeitet in einer Kommunikationsagentur in Imst und widmet sich mit viel Leidenschaft den facettenreichen Themen des Ötztals.

ÖTZTAL MAGAZIN

Seine Begegnung mit dem Techniker und Betriebsleiter Patrick Kuprian aus Sölden schildert Markus Geisler auch im ÖTZTAL MAGAZIN Sommer 2021. Das Printmagazin mit den aktuellsten und interessantesten Geschichten zur Ötztaler Frühlings-, Sommer- und Herbstsaison erhaltet ihr in den Sprachen DE/EN kostenlos in allen Informationen des Ötztal Tourismus. HIER könnt ihr es bestellen und frei Haus zustellen lassen oder als Blätterkatalog betrachten.