Symposium Denken im Eis I

Der bewegte Mensch. Reisen zwischen Mobilität und Verweigerung.

14. - 16. April 2016

"Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." Dieser Satz des berühmten Philosophen und Mathematikers Blaise Pascal stellt für den modernen Menschen wohl eine ungeheure Provokation dar. Denn modern sein heißt mobil sein. Reisen bildet, Reisen eröffnet neue Horizonte, Reisen ermöglicht Erfahrungen und Begegnungen, Reisen befriedigt die Sehnsüchte nach Schönheit, Erholung und Abenteuer. Reisen belastet aber auch die Umwelt, Reisen provoziert soziale Konflikte, Reisen zerstört indigene Kulturen.

In einer globalisierten Welt, in der Reisen zwischen schrankenloser Mobilität und radikaler Verweigerung gespannt ist, wird es immer dringlicher, die verschiedenen Dimensionen des Themas "Reisen" aufzuzeigen, denn nur so können innovative und zeitgemäße Konzepte von Tourismus neu gedacht und trennscharf akzentuiert werden.

Ist das Reisen eine Kunst, die erlernt werden kann? Und umgekehrt, wie geht die bildende Kunst mit dem Motiv der Reise um, welche Rollen spielen ferne, oft exotisch anmutende Welten in der Kunstgeschichte?

Ist in einer beschleunigten Welt das Reisen noch Muße, oder ist Reisen für viele von einer Kür zur Pflicht geworden? Welche Räume können in einer Welt, in der die Ressource Zeit notorisch knapp geworden ist, überhaupt noch durchmessen, erfahren und gestaltet werden?

Welche Bedeutung hat beim modernen Reisen überhaupt noch der Weg, und um welche Ziele geht es uns eigentlich? Welche Bedeutung haben unterschiedliche Konzepte des Reisens für eine Politik der Nachhaltigkeit? Dies sind Fragen, die sich für eine moderne Tourismuswirtschaft stellen, die auch einer Ethik des Reisens, die ökologische und soziale Aspekte fokussiert, verpflichtet ist.

Die unterschiedlichen Konzepte des Reisens, die verschiedenen Haltungen, die zur Mobilität in realen und fiktiven Räumen eingenommen werden können, die damit verbundenen Phantasien und Träume werden beim ersten Symposium der neu gegründeten Reihe Denken im Eis von herausragenden Vertretern der Philosophie und anderer Wissenschaften vorgetragen und mit den Teilnehmern diskutiert.

Folder - Denken im Eis 2016

Plakat Denken im Eis 2016 Logos Denken im Eis


Donnerstag, 14. April 2016, Hotel Das Central
 
18.00 Uhr Literatur, Philosophie und Reisen:
Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Michael Köhlmeier
 
anschließend Kennenlern-Apéro, geselliger Austausch an der Bar
 
19.30 Uhr Dinner
 
Freitag, 15. April 2016, ice Q
 
10.30 Uhr Karlheinz Töchterle (Innsbruck):
Schauriges und schönes Reisen: Umbrüche im Alpendiskurs
 
11.45 Uhr Klaus Albrecht Schröder (Wien):
Wenn Künstler reisen
 
12.30 Uhr Diskussion mit den Vortragenden
 
13.00 Uhr Mittagslunch
 
14.00 Uhr Barbara Bleisch (Zürich):
Darf man in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?
Eine kleine Ethik des Reisens
 
15.00 Uhr Hartmut Rosa (Jena):
Bis zum rasenden Stillstand? Modernisierung als totale Mobilmachung
 
15.45 Uhr Diskussion mit den Vortragenden
 
19.30 Uhr Liederabend im Hotel Das Central
Mit Werken von Ernst Krenek Reisebuch aus den österreichischen Alpen op. 62 (1929), Franz Schubert und Gustav Mahler
Jenny Hou, Mezzosopran / Han-Gyeol Lie, Klavier
 
20.30 Uhr Dinner im Hotel Das Central
 
Samstag, 16. April 2016, Hotel Das Central
 
10.00 Uhr Thomas Damberger (Frankfurt):
Bildungsreise in digitale Welten
 
10.45 Uhr Susanne Schaber (Wien):
Nordwestpassage zur Welt des Geistes – Vom Aufbrechen,
Unterwegssein und Ankommen bei sich selbst
 
11.30 Uhr Diskussion mit den Vortragenden

Wissenschaftliche Leiterin

Mag. Katharina Lacina

Referenten

Dr. Barbara Bleisch

Darf man in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Eine kleine Ethik des Reisens

Dr. Thomas Damberger

Bildungsreise in digitale Welten

Michael Köhlmeier

Literatur, Philosophie und Reisen

Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann

Literatur, Philosophie und Reisen

Univ. Prof. Dr. Harmut Rosa

Bis zum rasenden Stillstand? Modernisierung als totale Mobilmachung

Dr. Susanne Schaber

Nordwestpassage zur Welt des Geistes – Vom Aufbrechen, Unterwegssein und Ankommen bei sich selbst

Dr. Klaus Albrecht Schröder

Wenn Künstler reisen

Künstlerinnen

Han - Gyeol Lie

Pianistin

Jenny Hou

Mezzosopranistin

  • 3.0°C

  • 60–434 cm

  • 29/31

  • Live

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