Lawinenkunde

LAWINENGEFAHR - SCHNEEBRETTGEFAHR

Abseits gesicherter Pisten herrscht Lawinengefahr.
Lawinen bedrohen dein Leben! Fahre nie blind drauf los, sei dein eigener Risiko-Manager. Entscheide eigenverantwortlich und selbständig! Die Lawinen-Risiko-Checkliste hilft dir Gefahren zu erkennen, sie kann dir aber niemals 100%ige Sicherheit garantieren.

DIE HANGNEIGUNG MACHT LAWINEN ERST MÖGLICH

  • Je steiler ein Hang, umso gefährlicher ist er.
  • Tipps zum Einschätzen der Steilheit:
    - Fels durchsetzte Hänge sind über 39° steil.
    - Hänge, die sich bei viel Neuschnee zum Powdern eignen sind Lawinenhänge.

WIND - DER LAWINENBAUMEISTER

Wird Schnee vom Wind verfrachtet, entstehen Triebschneeansammlungen.
Bei zusätzlicher Belastung, zB. durch Tiefschneefahrer, können Triebschneeansammlungen als Schneebrettlawinen abgleiten.

Wind verfrachtet den Schnee von der Windseite [LUV] auf die Windschattenseite [LEE]. Dort befinden sich die mächtigsten Triebschneeansammlungen. Wechten krönendie besonders gefährlichen Windschattenhänge.
Achtung! Auch auf der Windseite bilden sich Triebschnee-ansammlungen: z.B. vor Steilstufen, unterhalb von Fels-wänden sowie in Rinnen und Mulden.

  • Jeder Schneefall erhöht die Lawinengefahr. Bei starkem Wind steigt die Lawinengefahr drastisch an!
  • Der erste schöne Tag nach Schneefall ist besonders gefährlich!

Windzeichen auf der Schneeoberfläche: Achtung Triebschnee

  • Wellen /Dünen sind ein Alarmzeichen: Achtung Lawinengefahr! Die steil abfallende Seite der Wellen liegt im Windschatten.
  • Windgangeln: Die steilen Stirnseiten zeigengegen den Wind. Frage dich: Wo befindet sich der weggeblasene Schnee jetzt?

SCHATTENHÄNGE - GEFÄHRLICHER ALS SONNENHÄNGE

Exposition ist die Himmelsrichtung, in die ein Hang abfällt.
In Nordhängen bleibt Powder lange pulvrig - aber: steile Schattenhänge sind besonders lawinengefährdet! In Schattenhängen verfestigt sich der Schnee, im Gegensatz zu Sonnenhängen, nur langsam.
In den rot markierten Hangrichtungen sterben rund 70% aller Lawinenopfer.

ALARMZEICHEN - LAWINENGEFAHR >> LEBENSGEFAHR!

Lawinenauslösungen in anderen Hängen
Risse beim Betreten der Schneedecke
Durchnässte Schneedecke
Dumpf dröhnende „Wumm"- Geräusche beim Betreten der Schneedecke

GEFAHRENZEICHEN - VORSICHT UNGÜNSTIGE BEDINGUNGEN

Verhältnisse: Schnee und Wetter - große Triebschnee-Ansammlungen
- Schneefall in Verbindung mit starkem Wind
- schneller, starker Temperaturanstieg >> Anstieg der Lawinengefahr
- schlechte Sicht >> Gefahrenstellen oft nicht zu erkennen
- Lawinensprengungen
Gelände
- Absturzgelände
- steiler Schattenhang, ungünstige Hangrichtung
- Fels durchsetzte Steilhänge
- Lawinenhang über mir
- Geländefallen >> Flachstücke und Mulden
- Rinnen >> Lawinenbahnen
Mensch
- Draufgänger [„Wird schon passen"], Konkurrenz in der Gruppe
- unzuverlässige Kameraden [sich nicht an Absprachen halten]
- große Gruppen [> 4 Personen] >> höhere Risikobereitschaft
- Erschöpfung, häufige Stürze [starke Belastung der Schneedecke]

GÜNSTIGE BEDINGUNGEN

Verhältnisse: Schnee und Wetter
- niedrige Gefahrenstufen [Stufe gering oder mäßig]
- häufig befahrene Hänge [Varianten im Skigebiet oder Mode-Touren
>> meist stabilere Schneedecke]
Gelände
- mäßig steiles Gelände < 30°
- Hang befindet sich unter mir
- stark gegliedertes, kupiertes Gelände
- günstige Hangrichtung [lt. Lawinenlagebericht]
- Abfahrt | Aufstieg auf Geländerücken
Mensch
- kleine, disziplinierte Gruppe
- gute, erfahrene Tiefschneefahrer [>> zügige, umsichtige Abfahrt]

Quelle: Lawinen-Risiko-Checkliste 2006, von www.powderguide.com