Portrait: Edith Hessenberger
„Wir wollen große Fragen beantworten.“ Edith Hessenberger, Leiterin der Ötztaler Museen, vermisst die Vergangenheit des Tals, um Anstöße für die Zukunft zu geben. Edith Hessenberger leitet die Ötztaler Museen, das „historische Gedächtnis des Tals“. An drei Ausstellungsorten – dem Turmmuseum in Oetz, dem Heimat- und Freilichtmuseum in Lehn und dem benachbarten Gedächtnisspeicher – sorgt sie mit ihrem Team für eine lebendige Auseinandersetzung mit der Ötztaler Vergangenheit. „Die Ötztaler Museen“, sagt sie, „sind Orte der Begegnung. Hier haben Austausch, Diskussion und Vielstimmigkeit Platz.“
„Die Ötztaler Museen sind ein Hafen, in dem man getrost andocken kann.“
„Wir sitzen in einem 600 Jahre alten Gebäude in Lehn bei Längenfeld, allein das erzählt schon unsere Geschichte. Die Einheimischen nehmen uns wahr – und empfehlen uns weiter. Mit unserer Arbeit wollen wir große Fragen beantworten: Woher kommen wir? Wer sind wir eigentlich? Und wir versuchen, dabei zu helfen, eine Antwort auf die zentrale Frage zu finden: Wohin wollen wir?
Um diese Antwort geben zu können, braucht es das Wissen um unsere Kultur, Wirtschaft und Identität. Die müssen wir kennen, um uns bewusst weiterentwickeln zu können. Wir sind zu Recht stolz auf die wunderschöne Natur, die das Ötztal zu bieten hat. Aber wir sollten den großartigen Naturraum nicht ohne den Kulturraum sehen. Die beiden gehören zusammen. Sie sind zwei Seiten einer Medaille.
Historiker betrachten den Wechsel von Epochen in größeren Zusammenhängen. Das Ötztal ist – historisch betrachtet – ungemein schnell von einer traditionellen Kreislaufwirtschaft in eine moderne Dienstleistungsgesellschaft katapultiert worden. Mit dieser Veränderung kam unterschwellig auch die Befürchtung, dass die neuen Errungenschaften – Wohlstand, Sicherheit, Anschluss an die Moderne – genauso schnell verschwinden könnten, wie sie gekommen sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass im Ötztal immer noch viele Menschen leben, die sich persönlich an eine ärmliche und harte Vergangenheit erinnern.“
Dieser Artikel erschien ursprünglich im [Monat] [Jahr] und wurde am [Tag] [Monat] [Jahr] aktualisiert.