Sicherheit beim Freeriden in Sölden

Freeriden
Sicherheit

Safety first! Alles andere ist zweitrangig.

So verführerisch unverspurte Powder-Hänge auch sind, sie bergen Risiken. Umso wichtiger ist das richtige Verhalten im Backcountry. Der Check des Lawinenlage- und Wetterberichts gehört dabei genauso dazu wie das Erkennen von Gefahrenstellen im Gelände. Neben dem Freeride-Equipment sollte auch dein Wissen zum Thema Sicherheit auf dem letzten Stand sein. Die Freeride Checkpoints im Skigebiet von Sölden helfen dabei, die Gefahren besser einzuschätzen - und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Freeride Checkpoint Gaislachkogl

Der Freeride Checkpoint befindet sich direkt an der Bergstation der Gaislachkoglbahn auf 3.040 m beim SB-Bistro Powder Q. Hier hast du nicht nur die Möglichkeit, beim „LVS-Checker“ die Funktionsfähigkeit deines Lawinen-Verschütteten-Suchgeräts zu überprüfen. Der Freeride Checkpoint informiert auch über die aktuell vorherrschende Lawinengefahrenstufe sowie gefährliche Hangexpositionen, die man meiden sollte. Freeride-Regeln, Erklärungen zu den einzelnen Lawinengefahrenstufen und wichtige Telefonnummern finden am Checkpoint ebenfalls ihren Platz.

Sölden Freeride Checkpoint
Sölden Freeride Tower

Freeride Tower Langeggbahn Bergstation

An der Bergstation der 6-er Sesselbahn Langegg befindet sich der Freeride Tower. Die interaktive Säule erfüllt dabei zwei Funktionen: Sie dient einerseits als Treff- und Sammelpunkt für Freeride-Abenteuer im Bereich des Giggijochs. Andererseits fungiert der Tower als Informationsquelle: Wie ist die Lawinengefahr am Vormittag, wie am Nachmittag einzuschätzen? Der Freeride Tower ermöglicht – wie sein Pendant am Gaislachkogl – auch den Check deines Lawinen-Verschütteten-Suchgeräts.

Hinweis: Freeriden im freien Skiraum liegt außerhalb des Haftungsbereichs der Bergbahnen Sölden. Jeder handelt ausschließlich eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko.

Was gehört alles zur Freeride-Ausrüstung? Welche Regeln müssen beim Freeriden beachtet werden? Wie kann das Risiko bereits bei der Planung, aber auch im Gelände, minimiert werden? Fragen über Fragen! Die folgende Lawinen-Risiko-Checkliste hilft dabei, den Überblick zu bewahren.

Freeride-Ausrüstung:

  • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS)
  • Lawinenschaufel
  • Lawinensonde
  • Erste-Hilfe-Set
  • Mobiltelefon für Notrufe
  • Empfohlen: Rucksack mit Lawinen-Airbag-System


Freeride-Grundregeln:

  • Täglicher Check des Lawinenlageberichts
  • Niemals ohne LVS ins freie Gelände; regelmäßiges Training der Verschüttetensuche
  • Nie alleine, aber auch nicht in sehr großen Gruppen, ins Backcountry
  • Check vor dem Drop-In: Wer/was ist über mir, wer/was unter mir?
  • Extrem steile Hänge einzeln abfahren
  • Beim Aufstieg im steilen Gelände größere Abstände einhalten
  • Schlechte Sicht? Besser mal einen Rückzieher machen


Das Risiko richtig einschätzen – Ride smart!


Check 1: Planung im Vorfeld

  • Check des Lawinenlage- und Wetterberichts
  • Wie ist die aktuelle Lawinenwarnstufe? Gefahrenstellen einprägen
  • Wie wird das Wetter? Welche Bedingungen erwarten mich im Gebiet?
  • Gebiet & Tour den Bedingungen entsprechend auswählen
  • Wer kommt mit? Anfänger oder erfahrene Freerider?
  • Kontrolle des Equipments


Check 2: Beobachten & Einschätzen im Gelände

  • Gibt es Neuschnee? Wenn ja, wie viel?
  • Sind Alarmzeichen zu erkennen? Aufmerksame Suche nach Gefahrenzeichen wie frische Lawinen, Schneemäuler, Wumm-Geräusche, Triebschneeansammlungen etc.
  • Wo sind die günstigen bzw. ungünstigen Hangrichtungen, wo mögliche Gefahrenstellen?
  • Lawinenlagebericht im Gelände erneut in Erinnerung rufen und beachten
  • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät kontrollieren
  • Was machen meine Freeride-Buddies: (Un)vorsichtiges Verhalten? Erschöpfung oder Überforderung und damit einhergehende Stürze?


Check 3: Einzelhang-Check & Entscheidung

  • Check der Neuschneemenge
  • Gibt es frischen Triebschnee?
  • Weist der Hang eine Neigung von 30 Grad auf und somit die Möglichkeit eines Lawinenabgangs? Gehört der Hang zu den im Lawinenlagebericht genannten kritischen Hang- und Höhenlagen?
  • Was wäre wenn? Mögliche Fluchtwege bei Lawinenabgang einprägen (Typisches Lawinengelände: felsdurchsetzte Steilhänge, steile Windschatten- und Schattenhänge
  • Kann ich bzw. meine Buddies den Powder-Hang schnell und sturzfrei bewältigen?
  • Abstände einhalten
  • Sammelpunkte vereinbaren

 

Welche Hangneigung bei welcher Lawinenwarnstufe?

  • Stufe 2 (mäßige Lawinengefahr): Verzichte auf extrem steile Hänge mit einer Hangneigung jenseits von 40 Grad
  • Stufe 3 (erhebliche Lawinengefahr): Verzichte auf sehr steile Hänge mit einer Hangneigung über 35 Grad
  • Stufe 4 & 5 (große und sehr große Lawinengefahr): Verzichte komplett auf das Freeriden
  • Halte dich von felsdurchsetztem Steilgelände fern und springe nicht von Wechten

Im Zweifel oder bei ungutem (Bach)Gefühl: Verzichte auf den Powder-Run oder die Freeride-Tour – es ist es niemals wert, dafür dein Leben zu riskieren!

LWS 1

GERING

Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.

LWS 2

MÄSSIG

Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.

LWS 3

ERHEBLICH

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.

LWS 4

GROSS

Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise entstehen viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mäßig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Es ist viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.

LWS 5

SEHR GROSS

Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Bei dieser Warnstufe ist in Skigebieten somit kein sicherer Betrieb mehr möglich. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.

Die wichtigsten Notrufnummern für einen Alpinunfall in Österreich sind:

140 Alpinnotruf
144 Rettungsnotruf
112 Euro Notruf

+43 (0) 5254 508 825 Alarmierungszentrale Bergbahnen Sölden

Beginne immer mit den wichtigsten Informationen, wenn danach die Verbindung abreißt, kann trotzdem die Rettungsaktion gestartet werden:

WAS

ist geschehen? (Lawinenabgang, Absturz,…)

WO

liegt der Notfall-Ort? (Ortsbezeichnung, Höhe, evtl. GPS-Koordinaten)

WIE

geht es dem Verletzten? (bewusstlos, schwer verletzt,…)


Nenne deine Telefonnummer und bleibe bis zum Eintreffen der Rettungskräfte telefonisch erreichbar, damit Leitstelle oder Hubschrauber zurückrufen können.


ACHTUNG: Lege nicht auf und folge den Anleitungen der Leitstelle. Nur diese beendet das Gespräch! Außerdem kann sie wichtige Ratschläge zur Versorgung des Verletzten geben.


Lawineninformationen des Landes Tirol

Informiere dich vor einer Freeride-Tour über die aktuelle Lawinengefahrenstufe! Einen täglich aktualisierten Lawinenlagebericht (in den Wintermonaten) bietet der Lawinenwarndienst Tirol HIER auf der offiziellen Website. Weitere hilfreiche Links:
 

Lawinenlagebericht Tirol (in den Wintermonaten)
Gefahrenstufenskala

 

Notfall App Bergrettung Tirol
Immer sicher unterwegs mit der Notfall App! Speziell für Notfälle im alpinen Bereich innerhalb Tirols. HIER geht’s zum Download-Link für iOS, HIER zum Download-Link für Android
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