Naturjuwel Winkelbergsee
Blicke in den Zauberspiegel
Große Magie erleben kleine Leute in den verwunschenen Naturräumen am und um den Winkelbergsee.
Smaragdgrüner Magnet
„Papa, Papa, schau mal schnell!“ Aufgeregt und hell klingt der Ruf von Jona (5) durch die klare, warme Luft des Vormittags. Mein Sohn liegt bäuchlings auf dem kleinen Steg am Ufer des Winkelbergsees bei Längenfeld und starrt wie elektrisiert kopfüber ins Wasser. Er hat die Forellen entdeckt, die sich in dem smaragdgrünen, flachen See tummeln. Während ich mich zu meinem Sohn auf den Steg begebe, ist meine Tochter Alma (7) bereits dabei, sich ihrer Schuhe und Strümpfe zu entledigen. Unerschrocken watet sie vom Ufer in das kristallklare, kalte Wasser und ruft: „Uhh, ist das kalt! Aber erfrischend!“
Verwunschener Wald
Wir sind an einem dieser warmen Tage im Spätsommer zu einem Ausflug ins Ötztal gefahren. Von Innsbruck aus brauchen wir nur etwa 30 Minuten, und so ist das Ötztal mit seinen Seen, Wasserfällen und leichten Wanderungen immer eine gern gewählte Option im Wochenend- und Ferienkalender unserer Familie. Ausgangspunkt unserer kurzen Wanderung war ein Parkplatz neben der Brücke über die Ötztaler Ache bei Au/Winklen. Den Schildern folgend, haben wir das Dorf bald hinter uns gelassen und sind, vorbei an grasenden Kühen und Ziegen, in den Wald spaziert. Der Wald ist angenehm kühl und wirkt wie verzaubert: Zwischen den Kiefern und Fichten türmen sich haushohe Granit-Felsblöcke. Der Waldboden und die Steine sind zum Teil mit dicken Mooskissen bedeckt und geben der gesamten Szenerie etwas Märchenhaftes. Und ganz unvermutet, dicht von Wald umringt, liegt er da, der Winkelbergsee mit seinen drei kleinen Inseln. Glasklar und glitzernd im Sonnenlicht.
Geo-Lehrpfad über historisches Getöse
Die Kinder spielen vergnügt am Ufer im seichten Wasser des Sees. Ich habe es mir zwischenzeitlich auf einer der Holzbänke in der Sonne bequem gemacht und lasse die Umgebung auf mich wirken. Ich versuche, mich zurück zu versetzen in die Zeit vor etwa 10.000 Jahren, als hier im Ötztal der größte Bergsturz der Zentralalpen stattfand. Mit unvorstellbarem Getöse war ein 3.000 m hoher Berg beim heutigen Ort Umhausen in Sekundenschnelle eingestürzt. Dort wo sich heute der Stuibenfall 159 m in die Tiefe stürzt, ist noch immer die Abbruchkante zu sehen. In der Folge des Bergsturzes bildete das Gestein einen meterhohen Damm quer durch das Tal. Das Wasser des Horlachbachs staute sich hier zunächst zu einem riesigen See. Als der Damm brach, hinterließ er die fruchtbare Ebene von Längenfeld. Heute führt ein geologischer Lehrweg von Winklen an der Ötztaler Ache entlang, über den Winkelberg und den Winkelboden bis zum Winkelbergsee. Auf insgesamt 11 Tafeln erfährt man unter anderem mehr zu den Themen Bergwasser, Grundwasser und geologischen Ereig
Prinzen & Wasserräder
Verträumt blinzele ich in die Sonne, bis mich erneut aufgeregtes Rufen aus meinen Gedanken reißt. Alma hat einen kleinen Frosch entdeckt, den sie mir stolz präsentiert. Während wir noch darüber beratschlagen, ob es vielleicht ein verzauberter Prinz ist, ruft uns Jona zu sich. Er ist an dem kleinen Bächlein, der den See mit Frischwasser versorgt, auf ein Wasserrad gestoßen. Eilig packen wir unsere Sachen zusammen und folgen dem kleinen Entdecker. Oberhalb des Winkelbergsees gelangen wir auf einen idyllischen Wasserspielplatz. Zahlreiche Wasserräder und andere Spielstationen mit dem Thema Wasser nehmen sofort die gesamte Aufmerksamkeit der Kinder in Anspruch. Nachdem alles ausgiebig erforscht und bespielt ist, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Allerdings nicht, bevor mir die Kinder nicht das Versprechen abgerungen haben, gaaanz bald wieder zu kommen.